Grosse Frage
Warum gibt es Wüsten?
Wüsten entstehen dort, wo kaum Regen fällt, meist wegen trockener, absinkender Luft, wegen Bergen, die regenbringende Winde blockieren, oder weil der Ort weit vom Meer entfernt liegt. Die grössten Wüsten der Welt liegen in zwei trockenen Gürteln bei etwa 30 Grad nördlicher und südlicher Breite, wo absinkende Luft kaum Feuchtigkeit enthält.
Aufsteigende und absinkende Luft
Nahe dem Äquator steigt heisse Luft auf und trägt dabei riesige Mengen Feuchtigkeit mit sich, und während sie aufsteigt und abkühlt, fällt diese Feuchtigkeit als starker tropischer Regen. Nachdem die Luft so den grössten Teil ihres Wassers verloren hat, breitet sie sich aus und sinkt bei etwa 30 Grad nördlicher und südlicher Breite wieder zur Erde zurück, in einem Vorgang, den Fachleute Hadley-Zelle nennen. Absinkende Luft erwärmt sich beim Sinken, wodurch sie den letzten Rest an Feuchtigkeit noch besser festhält, statt ihn als Regen abzugeben. Deshalb liegen Wüstengürtel wie die Sahara, die arabische Wüste und die australischen Wüsten weltweit entlang dieser Breitengrade.
Blockiert durch Berge
Manche Wüsten entstehen aus einem ganz anderen Grund: Ein Gebirge steht genau im Weg feuchter Winde, die vom Meer heranwehen. Wird diese feuchte Luft gezwungen, über die Berge zu steigen, kühlt sie ab, und ihr Wasserdampf verwandelt sich in Wolken, die ihren Regen oder Schnee auf der dem Wind zugewandten Seite abladen. Bis die Luft über die Gipfel gezogen ist und auf der anderen Seite absinkt, hat sie fast ihre gesamte Feuchtigkeit verloren, kommt also trocken an und erwärmt sich beim Absinken weiter. Diese trockene Zone auf der windabgewandten Seite nennt man Regenschatten, und sie erklärt Wüsten wie die Atacama in Südamerika hinter den mächtigen Anden.
Weit weg vom Wasser des Ozeans
Der grösste Teil des Wasserdampfs, der zu Regenwolken wird, verdunstet zunächst von der Oberfläche der Ozeane und Meere. Land tief im Inneren eines Kontinents, Tausende Kilometer von jeder Küste entfernt, liegt schlicht zu weit weg, als dass viel von dieser feuchten Luft dorthin gelangen könnte, bevor sie abkühlt, anderswo als Regen fällt und nie ankommt. Die Wüste Gobi in Zentralasien ist ein klares Beispiel: Sie liegt so weit von jedem Ozean entfernt und wird zusätzlich von Gebirgen abgeschirmt, dass kaum regenbringende Luft sie erreicht, was die Region trocken, staubig und anfällig für extreme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht macht.
Probier es selbst
Schau dir eine Weltkarte an und suche die Sahara, die arabische Wüste und die australischen Wüsten. Beachte, wie sie sich in etwa denselben zwei Gürteln nördlich und südlich des Äquators befinden, statt zufällig verteilt zu sein.
Fragen, die Kinder stellen
Sind alle Wüsten heiss?
Nein, eine Wüste wird durch die geringe Regenmenge definiert, nicht durch die Temperatur, weshalb manche Wüsten extrem kalt sind. Die Antarktis und Teile der Gobi können eisige Temperaturen haben und zählen trotzdem als echte Wüsten.
Was ist eine Regenschattenwüste?
Eine Regenschattenwüste entsteht auf der trockenen Seite eines Gebirges, nachdem feuchte Meereswinde ihren Regen oder Schnee bereits auf der feuchteren, dem Wind zugewandten Seite abgeladen haben. Die Atacama-Wüste in Südamerika ist ein bekanntes Beispiel.
Warum gibt es Wüsten nahe 30 Grad Breite?
Wüsten häufen sich bei etwa 30 Grad nördlicher und südlicher Breite, weil dort Luft, die nahe dem Äquator aufgestiegen und feuchtigkeitsleer geworden ist, wieder absinkt, sich erwärmt und trocken bleibt. Dieses Muster, Hadley-Zelle genannt, erzeugt Wüsten wie die Sahara und das australische Outback.