Grosse Frage
Warum dreht sich die Erde?
Die Erde dreht sich, weil sie vor Milliarden Jahren aus einer wirbelnden Wolke aus Gas und Staub entstand, die sich bereits drehte, und nichts hat diese Drehung je gestoppt. Im All gibt es fast keine Reibung, die sie abbremsen könnte, weshalb der Planet seither weiterdreht.
Geboren aus einer wirbelnden Wolke
Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstanden die Sonne und alle Planeten, auch die Erde, aus einer riesigen Wolke aus Gas und Staub, die im All schwebte. Klumpen von Materie in dieser Wolke wurden durch die Schwerkraft zusammengezogen, und jede winzige Drehbewegung, die bereits in der Wolke vorhanden war, verstärkte sich, während sich das Material zu einer kleineren, dichteren Kugel zusammenzog – ähnlich wie eine Eiskunstläuferin schneller wird, wenn sie ihre Arme anzieht. Dieser Effekt heisst Drehimpulserhaltung: Je kleiner etwas wird, während sich seine drehende Masse nach innen zieht, desto schneller dreht es sich meist. Deshalb begann die junge, entstehende Erde sich zu drehen, statt völlig stillzustehen.
Nichts, das sie bremst
Auf der Erde werden bewegte Dinge meist durch Reibung langsamer, etwa ein Ball, der über Gras rollt und Energie an den Boden verliert, gegen den er reibt, oder durch die Luft, die ihm entgegenwirkt. Das All ist fast ein Vakuum, das heisst, es gibt kaum Luft, Staub oder sonst etwas, woran die sich drehende Erde reiben könnte, sodass keine nennenswerte Reibung entsteht, die die Drehung bremst. Dreht sich etwas frei im All, ohne dass etwas dagegenwirkt, dreht es sich laut Physik fast unverändert weiter – genau das hat die Erde seit über vier Milliarden Jahren am Drehen gehalten.
Eine Drehung, die sich langsam verändert
Die Drehung der Erde ist nicht ganz konstant. Die Schwerkraft des Mondes zieht an den Ozeanen der Erde und erzeugt Gezeiten, und die Reibung des bewegten Wassers bremst die Erddrehung über sehr lange Zeiträume hinweg ein winziges bisschen. Fachleute schätzen, dass Tage in der fernen Vergangenheit kürzer waren, vor etwa 600 Millionen Jahren vielleicht nur rund 22 Stunden, und dass sie sich um etwa ein paar Millisekunden pro Jahrhundert verlängern. Diese Veränderung ist viel zu klein, um sie in einem normalen Leben zu bemerken, doch gelegentlich fügen Zeitmessende offiziellen Uhren eine 'Schaltsekunde' hinzu, damit sie mit der tatsächlichen Erddrehung übereinstimmen.
Probier es selbst
Drehe dich langsam mit ausgestreckten Armen im Kreis und ziehe die Arme dann eng an den Körper, während du dich weiterdrehst. Du solltest schneller werden – derselbe Effekt aus Schrumpfen und Schnellerwerden, der auch die junge Erde ins Drehen brachte.
Fragen, die Kinder stellen
Wird die Erde jemals aufhören sich zu drehen?
Die Erde wird voraussichtlich nicht so bald aufhören sich zu drehen, weil es im All fast keine Reibung gibt, die sie bremsen könnte. Ihre Drehung verändert sich über Millionen Jahre nur sehr langsam, hauptsächlich wegen der vom Mond verursachten Gezeiten.
Warum spüren wir nicht, dass sich die Erde dreht?
Wir spüren die Erddrehung nicht, weil sich alles um uns herum, auch die Luft, gemeinsam mit dem Boden gleichmässig mitbewegt. Es gibt keinen plötzlichen Ruck oder Geschwindigkeitswechsel, den unser Körper bemerken könnte.
Wie schnell dreht sich die Erde?
Am Äquator bewegt sich die Erdoberfläche mit etwa 1670 Kilometern pro Stunde, um in rund 24 Stunden eine volle Drehung zu schaffen. Nahe den Polen ist die Geschwindigkeit viel geringer, da sich diese Punkte beim Drehen kaum bewegen.