Grosse Frage
Warum liegt auf Bergen Schnee?
Berge tragen Schnee, weil die Luft mit zunehmender Höhe kälter wird, etwa 6 bis 7 Grad Celsius pro 1000 Höhenmeter. Selbst an einem heissen Tag auf Meereshöhe kann der Gipfel eines hohen Bergs so weit in dieser kalten Luft liegen, dass er unter dem Gefrierpunkt bleibt und Schnee hält.
Die Luft wird dünner und kälter
Luft am Boden wird vom Gewicht der gesamten Luft darüber zusammengepresst, wodurch sie relativ dicht und warm bleibt. Steigt man höher, drückt weniger Luft von oben, sodass sich die Luft ausdehnt, und ausdehnende Luft kühlt ab, ein Vorgang, den Fachleute adiabatische Abkühlung nennen. Deshalb sinkt die Temperatur im Schnitt um etwa 6,5 Grad Celsius pro 1000 Höhenmeter, was als Höhenstufe bezeichnet wird. Ein 4000 Meter hoher Berg kann auf dem Gipfel rund 26 Grad kälter sein als an seinem Fuss, genug, um aus einem warmen Tal einen eisigen, schneebedeckten Gipfel zu machen.
Die Schneegrenze
Fachleute sprechen von einer Schneegrenze, der Höhe, ab der es meist kalt genug bleibt, damit Schnee liegen bleibt, statt zu schmelzen. Unterhalb der Schneegrenze schmilzt gefallener Schnee meist recht schnell wieder; oberhalb kann er sich Saison für Saison anhäufen und über viele Jahre sogar zu festem Eis zusammenpressen. Wo genau die Schneegrenze liegt, hängt nicht nur von der Höhe ab: In Polnähe liegt sie tiefer, weil das ganze Klima kälter ist, und nahe dem Äquator liegt sie höher, weil man viel weiter steigen muss, bis die Luft kalt genug ist – weshalb manche Berge am Äquator trotz Tropenlage Schneekuppen tragen.
Warum Schnee den Sommer überdauert
Hohe Berggipfel behalten oft selbst mitten im Sommer ihren Schnee, weil sich die Luft in dieser Höhe kaum je genug erwärmt, um ihn ganz zu schmelzen. Frischer, weisser Schnee wirft ausserdem einen grossen Teil des auftreffenden Sonnenlichts zurück ins All, statt es als Wärme aufzunehmen, was ihm hilft, auch an klaren, sonnigen Tagen zu überstehen. Über viele Jahre können sich an den kältesten, höchsten Stellen Schneeschichten zu dicken Eismassen verdichten, sogenannten Gletschern, die langsam unter ihrem eigenen Gewicht talwärts fliessen und dabei über Jahrhunderte hinweg Täler formen.
Probier es selbst
Bitte eine erwachsene Person, mit dir die Temperatur auf Bodenhöhe und dann an einem höher gelegenen Ort zu messen, etwa auf dem obersten Stockwerk eines hohen Gebäudes oder einem Hügel, mit einem Thermometer oder einer Wetter-App. Beobachte, wie sie mit der Höhe sinkt.
Fragen, die Kinder stellen
Warum ist es auf einem Berg kälter, obwohl er näher an der Sonne liegt?
Ein paar Kilometer näher an der Sonne machen keinen Unterschied, denn die Sonne ist etwa 150 Millionen Kilometer entfernt. Berge sind kalt, weil die Luft beim Aufsteigen dünner und kühler wird, nicht wegen der Entfernung zur Sonne.
Was ist die Schneegrenze?
Die Schneegrenze ist die Höhe an einem Berg, ab der es meist kalt genug bleibt, damit Schnee liegen bleibt, statt zu schmelzen. Sie liegt in Polnähe tiefer und nahe dem Äquator höher.
Gibt es an Bergen am Äquator jemals Schnee?
Ja, hohe Berge am Äquator wie der Kilimandscharo und Teile der Anden können Schnee oder Gletscher tragen, weil ihre Gipfel bis in die kalte obere Luftschicht reichen. Dass es am Äquator heiss ist, gilt nur nahe dem Meeresspiegel.